22.11.2017 Lilienthal Von: Monika Ruddek
Andre Müller-Jekosch am 25. November im Murkens Hof

Lebenslust

Am Samstag, 25. November feiert Andre Müller-Jekosch in Lilienthal Premiere mit seinem Kabarett-Abend "Lebenslust".

Was ist eigentlich Lebenslust und wie gehen wir mit so alltäglichen Situationen wie Stress, Abhängigkeit, Beziehungsdynamiken, Abschied und Tod um? Mit diesen und anderen Themen setzt sich der Coach Andre Müller-Jekosch während seiner Bühnentour auseinander, die am 25. November um 19.30 Uhr in Murkens Hof startet.

„Lebenslust – Raus aus der Ohnmacht“ ist der Tenor seiner Unterhaltungstour, die der Coach Andre Müller-Jekosch zum Ende des Jahres von Lilienthal nach Friesoythe führt. Laut dem Supervisor geht es in seiner Mischung aus Vortrag und Kabarett vor allem um die entspannte aber durchaus ernsthafte Auseinandersetzung mit so alltäglichen Dingen wie Stress, den wir uns gerne selbst machen, Abhängigkeiten, in denen wir alle irgendwie stecken und es geht auch um die Themen Abschied und Tod. Aber keine Sorge, im Vordergrund steht vor allem die kabarettistische Aufarbeitung dieser Themen, die uns oft viel zu viel Kopfzerbrechen verursachen.

Eines sei versprochen: Der Abend in Murkens Hof wird unterhaltsam. So mancher Besucher wird sich auf eine Reise zu sich selbst begeben, er wird sich oder Bereiche aus seinem Leben wiedererkennen und mit Sicherheit über das ein oder andere vergnügt lächeln. In einer gelungenen Kombination aus Kabarett und Vortrag gelingt es Andre Müller-Jekosch, mit Humor, Ernsthaftigkeit und einer wundervoll musikalischen Untermalung durch die Sängerin Luna Chaplin, die Dynamik des Lebens in allen seinen denkbaren Möglichkeiten aufzuzeigen. Dabei richtet sich der Blick vor allem auf die Schönheit, auf die einzigartige Besonderheit des Lebens, eben auf die Lust zu leben.

Der Vortragskünstler selbst weiß, wovon er spricht. Er blickt auf eine Reihe an Lebenserfahrungen zurück, die auch Inhalt seiner Tourabende sein werden. Von 2003 bis 2011 leitete der heutige Coach, Trainer und freiberufliche Supervisor verschiedene Stationen der forensischen Klinik Bremen Ost. Dort wurde er am 7. April 2006 von einem Patienten lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. „Das Gehirn geht in solch einem Moment in einen Hochleistungsmodus“, versucht Andre Müller-Jekosch dieses damalige Trauma zu erklären. Szenen des Lebens seien an ihm vorbeigezogen. Trotz seiner lebensgefährlichen Verletzungen verhandelte er damals gemeinsam mit einem Kollegen mit dem Täter und konnte sich aus dem geschlossenen Klinikbereich befreien. 

Nach diesem schrecklichen Ereignis folgte eine persönliche tiefe Auseinandersetzung mit seiner beruflichen und privaten Existenz. „Es hat eine lange Zeit gebraucht, bis ich dann den Schritt in die Freiberuflichkeit gegangen bin“, so Müller-Jekosch. Nach dem Angriff in der Klinik begann er mit der Ausbildung zum Coach und Supervisor. Im Jahre 2012 gab der Trainer seine Tätigkeit in der forensischen Psychiatrie auf. Heute begleitet er bundesweit Menschen, Teams und Einrichtungen in beruflich emotionalen Grenzbereichen.

Mit seiner Unterhaltungstour „Lebenslust“ berichtet Andre Müller-Jekosch von seinen Erlebnissen, vor allem aber konfrontiert er sein Publikum mit dem Leben. Beinahe nebenbei fügt er aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung ein. Ein vielversprechender Abend wartet auf die interessierten Zuhörer. Es wird humoristisch, ernsthaft und emotional.

„Lebenslust – Raus aus der Ohnmacht“, 19.30 Uhr im Schroetersaal in Murkens Hof, Klosterstraße 25, Lilienthal. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt kostet 12 Euro im Vorverkauf bei Buchstäblich und in der Bürgerstiftung, 14 Euro an der Abendkasse. 2 Euro von jeder Karte gehen als Spende an die Bürgerstiftung.