09.02.2018 Landkreis Von: Ulla Ingenhoven
VBN startet Pilotprojekt „Kurzstreckenticket“

„Ein attraktives Angebot“

„Jetzt wollen wir das auch im ländlichen Bereich ausprobieren“, sagte Landrat Bernd Lütjen an der Bushaltestelle Schoofmoor in Lilienthal.

Statt mit einem normalen Ticket können Fahrgäste nun mit dem Kurzstreckenticket Regio für 1,45 Euro bis zu drei Stationen fahren (in Lilienthal statt 2,10 Euro), um in der Nähe einzukaufen, Ärzte oder die Familie zu besuchen. Das neue Ticket gilt in den BSAG-Linien in Lilienthal und Schwanewede sowie in den Regionalbussen im gesamten Landkreis. Es ist sowohl in den Fahrzeugen als auch als Handyticket erhältlich. In den Linien der BSAG kann das Ticket auch mit der BOB-Karte gekauft werden.

Dominik Vinbruck machte auf eine kleine Abweichung aufmerksam. Wenn man in Bremen in einen Regionalbus einsteige und die Haltestellen weit auseinanderliegen, solle der Fahrgast beim Fahrer nachfragen, ob dann auch das Kurzstreckenticket gelte. Ebenso könne er sich auf dem Handyticket informieren.

„Wir freuen uns sehr, dass der VBN sich bereit erklärt hat, das Kurzstreckenticket im Landkreis Osterholz zu testen", freute sich der Landrat. Der Landkreis habe in den Gremien des zvbn, dem Auftraggeber des ÖPNV im Landkreis, bereits seit Längerem darauf hingewirkt, dass dieses Ticket auch hier erhältlich sei. „Seit 2016 haben wir intensiv daran gearbeitet", so Dominik Vinbruck. Er rechne zwar zunächst mit Einnahmeausfällen, aber man hoffe, dass das Defizit wieder eingefahren werde, indem viele das Angebot nutzen. Rainer Counen vom VBN sprach von 51.000 Fahrgästen, die in Bremen mit dem Kurzstreckenticket pro Jahr unterwegs seien.

„Lilienthal ist so lang, dass für drei Stationen kein Bedarf besteht. Das Ganze ist zu kurz gesprungen." Für den Vorsitzenden und seine Partei wäre ein kostenloser Nahverkehr innerhalb Lilienthals nicht undenkbar. „Das wäre eine tolle Sache", so Frank Garrelts. „Das ganze Ortsleben bekäme ein anderes Ambiente." Denn Lilienthal sei ein Langdorf und wenn man Falkenberg mit dem Zentrum kostenlos mit der Straßenbahn verbinden könnte, würde das den Ort beleben.

Die Liberalen wollen nun in der nächsten Ratssitzung einen entsprechenden „Antrag zur Prüfung der Einführung kostenloser Bahnnutzung in Lilienthal" stellen. Dabei plädieren sie für eine Machbarkeitsuntersuchung. Wenn dabei herauskäme, das Kurzstreckenticket mit einer Jahreskarte teilzufinanzieren, wäre das doch akzeptabel, heißt es dann auch in einer Pressemitteilung der Lilienthaler FDP.