03.08.2018 Freißenbüttel Von: Jörg Monsees
Achtes Burning Q Festival begeisterte Metal-Fans

Hitze und Gewitter zum Trotz

Bereits zum achten Mal wurde das kleine Dörfchen zwischen Osterholz-Scharmbeck und Hambergen von rund 500 meist schwarzgekleideten Anhängern bösartiger Metal-Klänge heimgesucht.

Einigen Besuchern mag es (vor allem in schwarzer Kleidung) vielleicht schon ein paar Grad zu warm gewesen sein, doch eigentlich bot das letzte Juli-Wochenende in diesem Jahr optimale Wetterverhältnisse für eine Open-Air-Veranstaltung. Wäre da nicht dieser halbstündige, sintflutartige Regenschauer am Samstagnachmittag gewesen, der zu allem Überfluss auch noch von einem heftigen Gewitter begleitet wurde. Grundsätzlich wären Blitz und Donner eine passende Kulisse für die auftretenden Künstler und ihr düsteres Machwerk gewesen. Aber Sicherheit geht natürlich vor und so sahen sich die Veranstalter gezwungen, das Festivalgelände vorübergehend zu räumen und den Betrieb auf der Bühne einzustellen. Spätestens, als der Blitz mehrfach in der Nähe des Geländes einschlug, stellte sich das als richtige Entscheidung heraus. „Es hat zum Glück alles einwandfrei funktioniert, wir haben wirklich ein tolles Publikum", sagte Mario Winter, Vorsitzender des Vereins „Burning Q Project e.V.", der das Festival organisiert.

Der Boden und die Kleidung der Besucher trockneten schnell und auch die Verzögerung im Bühnenprogramm konnte wieder aufgeholt werden. So stand dem prefekten Festival-Erlebnis nichts mehr im Wege. Auf beiden Bühnen gaben sich außerordentlich talentierte, teils internationale Nachwuchsmusiker die Klinke in die Hand und beeindruckten mit hervorragender Performance. Wer trotz wildem Umherspringen, Haareschütteln und sonstiger Akrobatik noch so präzise spielen kann, wie Dust Bolt-Frontmann Lenny Breuss, braucht sich vor den Großen der Szene nicht zu verstecken. Da wundert es nicht, dass die Truppe aus Landsberg am Lech an diesem Wochenende auch beim Wacken Open Air auftreten darf (Gleiches gilt übrigens für Deserted Fear, die 2017 als Headliner beim Burning Q zu Gast waren).

Obwohl das Programm natürlich sehr auf die Zielgruppe zugeschnitten ist, nehmen auch immer mehr Anwohner das Burning Q Festival zum Anlass, einen netten Abend am Gelände zu verbringen - was zum Beispiel am Vereinsheim des SV Arminia Freißenbüttel etwas abseits der großen Bühne gut gelingt. Laute Beschallung im Hintergrund ist man vom Erntefest sowieso gewohnt - klingt nur ein wenig anders. Das ist auch gut so, denn der Burning Q Verein denkt nicht ans Aufhören: bereits am Montag gaben die Veranstalter das Datum für die neunte Auflage ihres Festivals bekannt. Am 26. und 27. Juli 2019 gehts wieder rund in Freißenbüttel.